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Erklärungsansätze

Die Ursachen einer Rechenschwäche sind umfassend, können sehr unterschiedlich sein und sind individuell. Daher spricht man häufig von einem multikausalen Zusammenhang.

Lange Zeit ging die Wissenschaft davon aus, dass sich mathematische Fähigkeiten erst im Laufe der Kindheit entwickeln. Neuere Studien zeigen allerdings, dass bereits Säuglinge im Alter von sieben Monaten kleine Mengen vergleichen und erkennen können. Das Erkennen von Mengenveränderungen (Wegnehmen und Hinzugeben) und die Mengendiskrimination (Erkennung von unterschiedlichen Anzahlen von Mengen) werden daher zu den angeborenen Fähigkeiten gezählt.

Das Multikausal-Modell vereint die unterschiedlichen Erklärungsansätze, wobei die einzelnen Faktoren gleichzeitig auftreten können und sich jeweils auf andere auswirken.

  • Genetische Faktoren: Die Annahme einer genetischen Prädisposition wird durch das gehäufte familiäre Auftreten gestützt. 40 bis 60% der Eltern von Kindern mit einer Rechenstörung sind selbst auch betroffen.
  • Schulische Faktoren: Hier wird u.a. die Unterrichts- und Vermittlungsmethode genannt.
  • Soziale und emotionale Faktoren: Interaktionsprobleme zwischen dem betroffenen Kind und seinen Eltern, Lehrern, Mitschülern und Geschwistern können sich negativ auf die Rechenleistung auswirken. Ebenso können sich emotionale und motivationale Befindlichkeiten der Betroffenen auch auf Leistungen im Rechnen auswirken.
  • Neurophysiologische- und neuropsychologische Faktoren: Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeits-, Arbeitsgedächtnis-, Sprach- und/oder visuell-räumliche Wahrnehmungsleistungen können zur Entstehung einer Rechenschwäche beitragen. Zudem wurden bereits Hirnregionen identifiziert, die an der Bewältigung von Zahlenverarbeitungs- und Rechenprozessen beteiligt sein dürften.

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