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Früherkennung und Vorbereitung auf den Schriftspracherwerb

Der Schuleintritt ist nicht die Stunde Null für das Lesen- und Schreibenlernen, denn schon Vorschulkinder unterscheiden sich enorm hinsichtlich der Vorkenntnisse, die für die spätere Aneignung des Schriftspracherwerbs ausschlaggebend sind. Insbesondere aufgrund der so genannten phonologischen Bewusstheit (=spezifisches Vorläufermerkmal) kann dieser Erfolg mit speziellen Verfahren schon im Vorschulalter bedeutsam vorhergesagt werden.

Unter phonologischer Bewusstheit versteht man den Einblick der Kinder in die Lautstruktur der gesprochenen Sprache. Sie lässt sich als Bewusstheit um größere sprachliche Einheiten wie Wörter, Silben und Reime (= phonologische Bewusstheit im weiteren Sinne) schon im Kindergartenalter beobachten, und sie zeigt sich im Schulbereich in der Fähigkeit, vorgesprochene Wörter in ihre Lautbestandteile zu zerlegen (= phonologische Bewusstheit im engeren Sinne).

Dazu einige Beispiele:

Phonologische Bewusstheit im weiteren Sinne:

Klatsche das Wort "Regenwurm" in Silben.
Reimt sich das Wort "Wonne" auf „Tonne"?
Welches Wort ist länger? "Zug" oder "Lokomotive"

Phonologische Bewusstheit im engeren Sinne:

Hörst du in Apfel ein "o"?
Mit welchem Laut beginnt das Wort "Sonne"?
Auf welchen Laut endet das Wort "Tomate"?
Welches Wort meine ich: "O-fen"

Ein gezieltes, systematisches Training der Vorläufermerkmale durch speziell ausgebildete Fachkräfte kann den Erwerb des Lesens und Schreibens wesentlich erleichtern. Selbst bei „Risikokindern“ (Kinder mit erhöhtem Risiko, später einmal Schwierigkeiten im Schriftspracherwerb zu bekommen) ist dies durch wissenschaftliche Studien bereits gut belegbar. Neben einer schwach ausgeprägten Phonologischen Bewusstheit können eine problematische Sprachentwicklung und „Legasthenie in der Familie“ zusätzliche Risikofaktoren für eine spätere Lese-Rechtschreibproblematik sein.

Literaturempfehlungen:

Forster, M. / Martschinke, S. (2001): Leichter lesen und schreiben lernen mit der Hexe Susi. Übungen und Spiele zur Förderung der phonologischen Bewusstheit. Donauwörth: Auer.

Küspert, P. / Schneider, W. (2008): Hören, lauschen, lernen (6. Auflage). Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht.

Plume, E./ Schneider, W. (2004): Hören, lauschen, lernen 2 (1. Auflage). Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht.

Mannhaupt, G. (2006): Münsteraner Trainingsprogramm. Berlin: Cornelsen Verlag.

Hartmann E. /Dolenc R. (2005): Olli, der Ohrendetektiv. Test und Förderverfahren zur phonologischen Bewusstheit in Vorschule und Schule. Auer.

Christiansen, Ch. (2007): Wuppis Abenteuer-Reise durch die phonologische Bewusstheit. Finkenverlag.

Hausberg B./Schreiner S. (o.A.): Zwergenmatz und der Riesenschatz. Materialpaket zur phonologischen Bewusstheit für Kinder ab 4 Jahren. Verlag Herder.

Metze, W. (o.A.): Pepino. Sprachfördermaterialien für den Kindergarten und die Grundschule. Cornelson Verlag.

Scheerer-Neumann, G., Schnitzler, C. (2005): Café der Tiere. Das Buchstabenbuch für Vorschulkinder und Schulanfänger. Erhard Friedrich Verlag.

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